Geldanlage & Investitionen · Stand August 2026

Festgeld einfach erklärt: Zinsen, Laufzeiten und Sicherheit

Beim Festgeld legst du einen bestimmten Geldbetrag für eine vereinbarte Laufzeit bei einer Bank an. Im Gegenzug erhältst du normalerweise einen festen Zinssatz. Während der Laufzeit ist das Geld jedoch in der Regel nicht frei verfügbar.

✓ Feste Zinsen verstehen ✓ Laufzeit passend wählen ✓ Einlagensicherung prüfen ✓ Festgeldleiter aufbauen
Festgeld mit verschlossenem Sparglas, Münzen, Uhr und Kalender als Symbol für feste Laufzeiten
Festgeld bietet einen planbaren Zinssatz. Dafür bleibt der angelegte Betrag bis zum vereinbarten Laufzeitende normalerweise gebunden.

Was ist Festgeld?

Festgeld ist eine verzinste Bankeinlage mit einer vorher vereinbarten Laufzeit. Anlagebetrag, Zinssatz und Laufzeit werden bei Vertragsabschluss festgelegt. Dadurch lässt sich der Zinsertrag gut planen. Eine vorzeitige Verfügung ist während der Laufzeit jedoch normalerweise ausgeschlossen.

Grundlagen

Wie funktioniert ein Festgeldkonto?

Bei einer Festgeldanlage überweist du einen bestimmten Betrag an eine Bank. Dieser Betrag wird für eine vorher festgelegte Dauer angelegt. Typische Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

Der vereinbarte Zinssatz bleibt während der Laufzeit normalerweise unverändert. Damit unterscheidet sich Festgeld von Tagesgeld, dessen variabler Zinssatz von der Bank jederzeit angepasst werden kann.

Die wichtigsten Vertragsbestandteile

  • Anlagebetrag,
  • Mindest- und mögliche Höchstanlage,
  • vereinbarter Zinssatz,
  • Beginn und Ende der Laufzeit,
  • Zeitpunkt der Zinsgutschrift,
  • Regelung am Laufzeitende,
  • zuständiges Einlagensicherungssystem.
Festgeld ist kein Zahlungs- oder Sparkonto

Über das Festgeldkonto können normalerweise keine Überweisungen, Lastschriften oder Kartenzahlungen abgewickelt werden. Nach der Einzahlung bleibt das Geld bis zum Laufzeitende angelegt.

Festgeld und Termingeld

Festgeld wird teilweise auch als Termingeld bezeichnet. Der Begriff weist darauf hin, dass das Geld bis zu einem bestimmten Termin oder für eine bestimmte Laufzeit bei der Bank gebunden ist.

Verwendungszweck

Für wen eignet sich Festgeld?

Festgeld eignet sich für Geld, das während der vereinbarten Laufzeit voraussichtlich nicht benötigt wird und keinem Kursschwankungsrisiko ausgesetzt werden soll.

Planbarkeit

Fester Anlagezeitraum

Du weißt bereits bei Vertragsabschluss, wie lange das Geld gebunden ist und welcher Zinssatz für diesen Zeitraum gilt.

Sicherheit

Kein Börsenrisiko

Der Kontostand unterliegt keinen täglichen Kursschwankungen wie Aktien, Fonds oder ETFs.

Sparziel

Planbare Anschaffung

Festgeld kann zu einem Ziel passen, das erst nach Ablauf einer klar bestimmten Frist finanziert werden soll.

Diversifikation

Sicherer Vermögensanteil

Mehrere Festgeldanlagen können den schwankungsarmen Teil einer umfassenderen Finanzplanung bilden.

Notgroschen nicht vollständig fest anlegen

Geld für unerwartete Ausgaben sollte kurzfristig erreichbar bleiben. Eine finanzielle Reserve gehört daher normalerweise eher auf ein flexibel verfügbares Tagesgeldkonto .

Überblick

Vorteile und Nachteile von Festgeld

Vorteile

  • fester Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit,
  • planbarer Bruttozinsertrag,
  • keine Kursschwankungen,
  • gesetzliche Einlagensicherung,
  • häufig kostenlose Kontoführung,
  • verschiedene Laufzeiten wählbar.

Nachteile

  • Geld während der Laufzeit meist nicht verfügbar,
  • steigende Marktzinsen werden nicht automatisch weitergegeben,
  • vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen,
  • Inflation kann die reale Rendite reduzieren,
  • Verlängerung kann automatisch erfolgen,
  • langfristig begrenzte Renditechancen.
Verzinsung

Wie entstehen Festgeldzinsen?

Die Bank legt den Festgeldzins anhand des allgemeinen Zinsniveaus, der gewählten Laufzeit, des Anlagebetrags und ihres eigenen Finanzierungsbedarfs fest.

Die Höhe der Zinsen kann zwischen verschiedenen Banken und Laufzeiten deutlich abweichen. Eine längere Laufzeit bietet dabei nicht automatisch den höchsten Zinssatz.

Zinsgutschrift

Je nach Vertrag werden die Zinsen jährlich, am Ende der Laufzeit oder in anderen vereinbarten Abständen gutgeschrieben.

  • Bei jährlicher Auszahlung können die Zinsen auf ein Referenzkonto überwiesen werden.
  • Bei einer Gutschrift auf dem Festgeldkonto können die Zinsen möglicherweise mitverzinst werden.
  • Bei einer endfälligen Anlage erfolgt die gesamte Zinszahlung erst zum Laufzeitende.
Effektiven Ertrag vergleichen

Vergleiche nicht nur den beworbenen Zinssatz. Prüfe zusätzlich, wann die Zinsen gutgeschrieben werden und ob eine Wiederanlage oder Auszahlung erfolgt.

Anlagehorizont

Welche Festgeld-Laufzeit ist sinnvoll?

Die passende Laufzeit hängt davon ab, wann du das Geld voraussichtlich wieder benötigst. Außerdem solltest du vermeiden, sämtliche Rücklagen über viele Jahre fest zu binden.

3 bis 12 Monate

Kurze Bindung und vergleichsweise schnelle Möglichkeit zur Neuanlage.

1 bis 2 Jahre

Mittlere Laufzeit für planbar entbehrliches Geld und überschaubare Zinsbindung.

3 bis 5 Jahre

Längere Zinssicherheit, aber deutlich eingeschränkte Flexibilität.

Mehr als 5 Jahre

Sehr lange Bindung. Zinsänderungs- und Inflationsrisiko besonders sorgfältig abwägen.

Kurze Laufzeit

Kurze Laufzeiten bieten mehr Flexibilität. Nach dem Laufzeitende kannst du den Betrag erneut anlegen und auf veränderte Marktzinsen reagieren.

Lange Laufzeit

Eine lange Laufzeit sichert den vereinbarten Zinssatz über einen größeren Zeitraum. Steigen die allgemeinen Zinsen anschließend, bleibt dein Festgeld jedoch bis zum Ende an den niedrigeren Vertragszins gebunden.

Laufzeit nicht allein nach dem höchsten Zins wählen

Ein kleiner Zinsvorteil rechtfertigt nicht automatisch eine jahrelange Bindung. Entscheidend ist, ob du während der gesamten Laufzeit zuverlässig auf den Betrag verzichten kannst.

Vergleich

Festgeld oder Tagesgeld: Was ist besser?

Festgeld und Tagesgeld erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Welches Konto besser passt, hängt vor allem von der benötigten Verfügbarkeit ab.

Merkmal Festgeld Tagesgeld
Zinssatz Für die Laufzeit normalerweise fest Variabel und jederzeit anpassbar
Verfügbarkeit Bis zum Laufzeitende meist gebunden Grundsätzlich ohne feste Laufzeit verfügbar
Planbarkeit Hohe Planbarkeit des Bruttozinsertrags Zukünftiger Zinsertrag nicht sicher planbar
Kursschwankungen Keine börsentäglichen Kursschwankungen Keine börsentäglichen Kursschwankungen
Typischer Zweck Planbar entbehrliches Geld Notgroschen und kurzfristige Rücklagen
Einlagensicherung Gesetzliche Grenzen beachten Gesetzliche Grenzen beachten
Beide Konten lassen sich kombinieren

Der Notgroschen kann auf einem Tagesgeldkonto liegen. Geld, das während einer bestimmten Frist sicher nicht benötigt wird, kann ergänzend auf Festgeld verteilt werden.

Ausführliche Informationen zur flexiblen Rücklage findest du im Ratgeber Tagesgeldkonto einfach erklärt .

Kapitalschutz

Wie sicher ist Festgeld?

Bei Festgeld besteht kein gewöhnliches Börsen- oder Kursrisiko. Der Anlagebetrag und die vereinbarten Zinsen sind jedoch von der Zahlungsfähigkeit der kontoführenden Bank abhängig.

Deshalb ist die gesetzliche Einlagensicherung ein zentrales Auswahlkriterium.

100.000 € reguläre Sicherungsgrenze je Einleger und Bank
inklusive Zinsen auch bestehende Zinsansprüche zählen zur Sicherungsgrenze
bis 500.000 € möglicher Schutz bei bestimmten besonderen Einlagen
bis 6 Monate Zeitraum für bestimmte vorübergehend erhöhte Einlagen
Sicherungsgrenze gilt je Bank, nicht je Konto

Festgeld, Tagesgeld, Giroguthaben und weitere geschützte Einlagen bei derselben Bank werden grundsätzlich zusammengerechnet.

Bankenauswahl

So prüfst du die Einlagensicherung

Vor der Festgeldanlage solltest du feststellen, welche Bank rechtlich für die Einlage verantwortlich ist und welchem Einlagensicherungssystem sie angehört.

Markenname und Kreditinstitut unterscheiden

Mehrere Marken können zum selben Kreditinstitut gehören. Für die gesetzliche Sicherungsgrenze ist die dahinterstehende Bank entscheidend, nicht die Zahl der Marken oder Konten.

Festgeld bei einer ausländischen Bank

Bei einer Bank aus einem anderen EU-Mitgliedstaat richtet sich die gesetzliche Entschädigung grundsätzlich nach dem dort zuständigen Einlagensicherungssystem. Prüfe daher:

  • Sitz und rechtlichen Namen der Bank,
  • zuständiges Sicherungssystem,
  • Währung der Anlage,
  • Vertragssprache und Kundenservice,
  • steuerliche Behandlung der Zinsen,
  • Abwicklung im Entschädigungsfall.

Hohe Beträge verteilen

Liegt dein gesamtes Bankguthaben oberhalb der gesetzlichen Deckungssumme, kann eine Verteilung auf mehrere rechtlich selbstständige Banken das Konzentrationsrisiko reduzieren.

Vorsicht bei Vermittlern und gefälschten Angeboten

Überweise Geld nur auf ein Konto, das eindeutig dem Festgeldvertrag und dem geprüften Kreditinstitut zugeordnet ist. Ungewöhnlich hohe Zinsversprechen, Zeitdruck oder Überweisungen auf Privatkonten sind Warnzeichen.

Verfügbarkeit

Kann man Festgeld vorzeitig kündigen?

Eine ordentliche vorzeitige Kündigung ist bei einem klassischen Festgeldvertrag normalerweise nicht vorgesehen. Die fehlende Verfügbarkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Produkts.

Ob eine vorzeitige Auflösung ausnahmsweise möglich ist, hängt vom Vertrag, dem Anbieter und den konkreten Umständen ab.

Mögliche Folgen einer vorzeitigen Auflösung

  • Verlust bereits gutgeschriebener oder erwarteter Zinsen,
  • Bearbeitungsentgelt,
  • Auszahlung nur nach Zustimmung der Bank,
  • längere Bearbeitungszeit,
  • keine vollständige Auflösung möglich.
Nicht mit vorzeitiger Auszahlung planen

Lege nur den Betrag fest an, den du bis zum Laufzeitende voraussichtlich nicht benötigst. Eine mögliche Kulanz der Bank ist kein Ersatz für eine ausreichende liquide Rücklage.

Fälligkeit

Was passiert am Ende der Festgeld-Laufzeit?

Am Laufzeitende werden Anlagebetrag und fällige Zinsen normalerweise auf das hinterlegte Referenzkonto ausgezahlt oder nach den vertraglichen Bedingungen erneut angelegt.

Automatische Verlängerung

Manche Verträge sehen eine automatische Wiederanlage vor, wenn du nicht rechtzeitig widersprichst oder kündigst. Die neue Anlage kann dann zu den am Verlängerungstag geltenden Konditionen erfolgen.

Auszahlung

Bei anderen Angeboten endet das Festgeld automatisch und der Gesamtbetrag wird auf das Referenzkonto überwiesen.

Laufzeitende im Kalender notieren
Verlängerungsregelung prüfen
Kündigungs- oder Widerspruchsfrist beachten
Neuen Zinssatz kontrollieren
Referenzkonto aktuell halten
Freistellungsauftrag prüfen
Mehrere Wochen vorher vergleichen

Prüfe rechtzeitig vor der Fälligkeit, ob du den Betrag erneut fest anlegen, vorübergehend auf Tagesgeld verschieben oder für ein anderes Ziel verwenden möchtest.

Beispielrechnung

Wie lassen sich Festgeldzinsen berechnen?

Für eine einfache Berechnung ohne Zinseszinseffekt kannst du Anlagebetrag, Zinssatz und Laufzeit miteinander verrechnen.

Einfache Formel Anlagebetrag × Zinssatz × Laufzeit in Jahren ÷ 100

Bei 20.000 Euro Festgeld, einem beispielhaften Zinssatz von 3 Prozent und zwei Jahren Laufzeit ergeben sich vor Steuern 1.200 Euro Zinsen.

20.000 € × 3 % × 2 Jahre = 1.200 € Bruttozinsen

Berechnung mit Zinseszinseffekt

Werden die Zinsen jährlich dem Festgeldkonto gutgeschrieben und anschließend mitverzinst, steigt der Endbetrag etwas stärker.

Vereinfachtes Beispiel mit jährlicher Wiederanlage 20.000 € × 1,03 × 1,03 = 21.218 €

Nach zwei Jahren läge der Endbetrag vor Steuern bei 21.218 Euro. Der Bruttozinsertrag betrüge damit 1.218 Euro.

Beispielzins ist keine aktuelle Marktangabe

Die verwendeten 3 Prozent dienen nur der Erklärung. Tatsächliche Festgeldzinsen hängen von Bank, Laufzeit und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.

Kapitalerträge

Welche Steuern fallen auf Festgeldzinsen an?

Festgeldzinsen gehören grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Bei einer deutschen Bank wird die Steuer normalerweise automatisch einbehalten, soweit kein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt.

25 % grundsätzlicher Steuersatz für Kapitalerträge
1.000 € Sparer-Pauschbetrag für Einzelpersonen
2.000 € gemeinsamer Pauschbetrag bei Zusammenveranlagung
+ Zuschläge gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Freistellungsauftrag

Mit einem Freistellungsauftrag kann die Bank Kapitalerträge bis zur eingetragenen Höhe ohne automatischen Steuerabzug berücksichtigen.

Zinsen einer ausländischen Bank

Werden die Zinsen nicht vollständig dem deutschen Steuerabzug unterworfen, müssen sie gegebenenfalls in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Auch eine ausländische Quellensteuer kann relevant sein.

Fälligkeit der Zinsen beachten

Bei mehrjährigen Anlagen kann der Zeitpunkt der Zinsgutschrift beeinflussen, in welchem Kalenderjahr die Kapitalerträge steuerlich berücksichtigt werden.

Strategie

Was ist eine Festgeldleiter?

Bei einer Festgeldleiter wird der Anlagebetrag auf mehrere Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilt. Dadurch wird nicht das gesamte Geld bis zu einem einzigen Termin gebunden.

Vereinfachtes Beispiel mit 20.000 Euro

Teilbetrag Laufzeit Erste Fälligkeit
5.000 Euro 1 Jahr nach einem Jahr
5.000 Euro 2 Jahre nach zwei Jahren
5.000 Euro 3 Jahre nach drei Jahren
5.000 Euro 4 Jahre nach vier Jahren

Nach jeder Fälligkeit kannst du entscheiden, ob du den frei werdenden Betrag verwendest, auf Tagesgeld legst oder erneut als längerfristiges Festgeld anlegst.

Mögliche Vorteile

  • regelmäßig frei werdende Teilbeträge,
  • Verteilung auf verschiedene Laufzeiten,
  • schrittweise Reaktion auf veränderte Zinsen,
  • weniger vollständige Kapitalbindung.

Mögliche Nachteile

  • mehrere Konten und Fälligkeiten,
  • höherer Verwaltungsaufwand,
  • Mindestanlage je Vertrag beachten,
  • keine Garantie für künftig höhere Zinsen.
Angebotsvergleich

Worauf sollte man beim Festgeldvergleich achten?

Ein hoher Zinssatz ist wichtig, sollte aber niemals das einzige Auswahlkriterium sein.

Fester Zinssatz für die gesamte Laufzeit
Beginn und Ende der Zinsbindung
Mindest- und Höchstanlage
Zeitpunkt der Zinsgutschrift
Zinseszinseffekt oder Auszahlung
Gesetzliche Einlagensicherung
Rechtlicher Sitz der Bank
Regelung zur automatischen Verlängerung
Frist zum Widerspruch oder zur Kündigung
Kosten und mögliche Zusatzkonten
Steuerliche Abwicklung
Erreichbarkeit des Kundenservice

Vermittlungsplattform oder direkte Bankanlage

Festgeld kann direkt bei einer Bank oder über eine Vermittlungsplattform abgeschlossen werden. Bei einer Plattform solltest du genau prüfen, welche Bank die Einlage führt, welches Sicherungssystem gilt und welche Aufgaben die Plattform übernimmt.

Fremdwährungs-Festgeld

Wird das Festgeld nicht in Euro geführt, kann zusätzlich ein Wechselkursrisiko entstehen. Selbst ein hoher Zinssatz kann durch eine ungünstige Entwicklung der Fremdwährung aufgezehrt werden.

Kontoeröffnung

Wie eröffnet man ein Festgeldkonto?

1

Liquidität prüfen

Lege nur Geld an, das während der gesamten Laufzeit nicht benötigt wird.

2

Angebote vergleichen

Prüfe Zins, Laufzeit, Zinszahlung, Einlagensicherung und Verlängerungsregeln.

3

Antrag ausfüllen

Gib persönliche Daten, Steueridentifikationsnummer und das Referenzkonto an.

4

Identität bestätigen

Die Legitimation erfolgt beispielsweise per VideoIdent, PostIdent oder Online-Ausweisfunktion.

5

Anlagebetrag überweisen

Überweise ausschließlich auf das in den geprüften Vertragsunterlagen genannte Konto.

6

Fälligkeit notieren

Trage Laufzeitende und mögliche Kündigungs- oder Widerspruchsfristen in den Kalender ein.

Fehler vermeiden

Häufige Fehler bei einer Festgeldanlage

1. Sämtliche Rücklagen fest anlegen

Ohne verfügbare Reserve können unerwartete Ausgaben zu einem teuren Kredit oder einer finanziellen Notlage führen.

2. Zu lange Laufzeit wählen

Eine langjährige Bindung nur wegen eines geringen Zinsvorteils kann die finanzielle Flexibilität unnötig einschränken.

3. Einlagensicherung nicht prüfen

Entscheidend sind die rechtlich verantwortliche Bank und das zuständige Sicherungssystem, nicht allein der Markenname.

4. Automatische Verlängerung übersehen

Wird die Frist versäumt, kann das Geld erneut zu möglicherweise schlechteren Konditionen gebunden werden.

5. Nur den Nominalzins betrachten

Zinsgutschrift, Steuern, Inflation, Laufzeit und Verfügbarkeit beeinflussen den tatsächlichen Nutzen der Anlage.

6. Unseriösen Zinsversprechen vertrauen

Betrügerische Internetseiten und vermeintliche Vermittler können echte Banken imitieren. Bankdaten und Kontaktwege sollten unabhängig überprüft werden.

Geldanlage niemals unter Zeitdruck abschließen

Seriöse Festgeldangebote erfordern keine sofortige Überweisung auf ein Privatkonto und keinen Vertragsabschluss innerhalb weniger Stunden.

Häufige Fragen

FAQ zum Festgeld

Funktionsweise und Zinsen

Ist der Festgeldzins während der Laufzeit garantiert?

Bei einem klassischen Festgeldvertrag bleibt der vereinbarte Zinssatz während der festgelegten Laufzeit normalerweise unverändert. Die genauen Vertragsbedingungen sind dennoch zu prüfen.

Werden die Zinsen jährlich oder am Ende ausgezahlt?

Das hängt vom Angebot ab. Die Zinsen können jährlich, in anderen Abständen oder vollständig am Laufzeitende gutgeschrieben werden.

Bietet eine längere Laufzeit immer mehr Zinsen?

Nein. Die Zinsstruktur kann dazu führen, dass kürzere oder mittlere Laufzeiten zeitweise besser verzinst werden als sehr lange Laufzeiten.

Gibt es beim Festgeld einen Zinseszinseffekt?

Ein Zinseszinseffekt entsteht, wenn gutgeschriebene Zinsen auf dem Konto verbleiben und anschließend ebenfalls verzinst werden. Bei Auszahlung auf ein Referenzkonto erfolgt keine automatische Mitverzinsung.

Verfügbarkeit und Laufzeit

Kann ich jederzeit auf Festgeld zugreifen?

Nein. Während der vereinbarten Laufzeit ist eine vorzeitige Verfügung normalerweise nicht möglich.

Kann man Festgeld vorzeitig kündigen?

Eine ordentliche vorzeitige Kündigung ist bei klassischem Festgeld meist ausgeschlossen. Ob die Bank ausnahmsweise zustimmt und welche Kosten entstehen, hängt vom Vertrag und dem Einzelfall ab.

Wird Festgeld automatisch verlängert?

Das ist vom Vertrag abhängig. Manche Anlagen werden automatisch ausgezahlt, andere verlängern sich ohne rechtzeitigen Widerspruch oder Kündigung.

Welche Laufzeit ist beim Festgeld am besten?

Die passende Laufzeit richtet sich danach, wann du das Geld wieder benötigst. Außerdem solltest du Zinsunterschiede, Inflation und mögliche Veränderungen des Zinsniveaus berücksichtigen.

Sicherheit

Ist Festgeld bis 100.000 Euro geschützt?

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt grundsätzlich Einlagen einschließlich Zinsansprüchen bis insgesamt 100.000 Euro je Einleger und Kreditinstitut.

Gilt die Sicherungsgrenze für jedes Festgeldkonto?

Nein. Alle geschützten Einlagen einer Person bei derselben Bank werden grundsätzlich zusammengerechnet.

Kann der Schutz höher als 100.000 Euro sein?

Bei bestimmten besonders geschützten und vorübergehend hohen Einlagen kann die Deckungssumme unter gesetzlichen Voraussetzungen bis zu 500.000 Euro betragen. Der erhöhte Anspruch muss nachgewiesen werden.

Ist ausländisches Festgeld sicher?

Entscheidend sind Bank, Sitzland, Einlagensicherungssystem und Vertragsbedingungen. Bei Fremdwährungsanlagen kommt zusätzlich ein Wechselkursrisiko hinzu.

Steuern und Vergleich

Müssen Festgeldzinsen versteuert werden?

Ja. Festgeldzinsen zählen grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Ein Freistellungsauftrag kann den automatischen Steuerabzug bis zum verfügbaren Sparer-Pauschbetrag verhindern.

Ist Festgeld besser als Tagesgeld?

Festgeld bietet einen planbaren Zinssatz, bindet das Geld jedoch. Tagesgeld ist flexibler, besitzt aber einen veränderlichen Zinssatz. Beide Anlageformen erfüllen unterschiedliche Zwecke.

Kann man mehrere Festgeldkonten haben?

Ja. Mehrere Festgeldkonten können unterschiedliche Laufzeiten abbilden oder größere Guthaben auf verschiedene Banken verteilen.

Was ist eine Festgeldleiter?

Bei einer Festgeldleiter wird das Kapital auf mehrere Anlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilt. Dadurch werden regelmäßig einzelne Teilbeträge wieder verfügbar.

Fazit

Festgeld bietet Planbarkeit gegen eingeschränkte Flexibilität

Festgeld eignet sich für Geld, das während einer festgelegten Laufzeit sicher nicht benötigt wird. Der feste Zinssatz ermöglicht eine gute Planung des Bruttozinsertrags.

Die eingeschränkte Verfügbarkeit ist jedoch ein wesentlicher Nachteil. Notgroschen und kurzfristig benötigte Rücklagen sollten deshalb nicht vollständig fest angelegt werden.

Vor dem Abschluss solltest du Laufzeit, Zinsgutschrift, Einlagensicherung, automatische Verlängerung und steuerliche Abwicklung prüfen. Mit einer Festgeldleiter lässt sich die Kapitalbindung auf mehrere Fälligkeitstermine verteilen.

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Offizielle Grundlagen

Quellen zu Festgeld, Sicherheit und Steuern

Festgeld und Laufzeit

Einlagensicherung

Besteuerung der Zinsen

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Festgeldzinsen und Vertragsbedingungen können sich kurzfristig ändern. Prüfe vor Vertragsabschluss die aktuellen Unterlagen, Sicherungssysteme und Konditionen des jeweiligen Kreditinstituts.
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