Rente & Altersvorsorge · Stand September 2026

Rentenlücke berechnen: So viel Altersvorsorge brauchst du

Die Rentenlücke zeigt, wie viel Geld dir im Ruhestand voraussichtlich pro Monat fehlt. Hier erfährst du, welche Zahlen wirklich zusammengehören, wie du Inflation und Abzüge sauber berücksichtigst und welche Sparrate sich aus deinem persönlichen Kapitalbedarf ergibt.

✓ Netto statt Brutto vergleichen ✓ Kaufkraft einheitlich behandeln ✓ Kapitalbedarf ermitteln ✓ Sparrate direkt berechnen
Mann berechnet seine Rentenlücke mit Rentenunterlagen, Taschenrechner und Münzen
Eine belastbare Ruhestandsplanung vergleicht den künftigen Ausgabenbedarf mit allen erwarteten Netto-Alterseinkünften.

Rentenlücke berechnen: die Kurzantwort

Ziehe von deinem gewünschten monatlichen Ausgabenbudget im Ruhestand alle erwarteten Netto-Einkünfte im Alter ab. Das Ergebnis ist deine monatliche Rentenlücke. Vergleiche ausschließlich Werte auf derselben Basis – entweder alle Beträge in heutiger Kaufkraft oder alle als künftige Nominalbeträge.

Grundlage

Was ist eine Rentenlücke?

Die Rentenlücke – auch Versorgungslücke genannt – ist die Differenz zwischen deinem finanziellen Bedarf im Ruhestand und den Einkünften, die dir dann voraussichtlich tatsächlich zur Verfügung stehen.

1. Bedarf

Ausgaben im Ruhestand

Wohnen, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Gesundheit, Freizeit, Reisen und Rücklagen bilden dein gewünschtes monatliches Budget.

2. Einkünfte

Netto-Alterseinkommen

Dazu gehören gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Renten, Pensionen und andere verlässlich planbare Netto-Einnahmen.

3. Differenz

Monatliche Rentenlücke

Bleibt nach dem Abzug der Alterseinkünfte ein positiver Betrag, muss er durch zusätzliches Einkommen oder eigenes Vermögen gedeckt werden.

Grundformel für die Versorgungslücke Rentenlücke = gewünschtes Monatsbudget − erwartete Netto-Alterseinkünfte

Ergibt die Rechnung null oder einen negativen Wert, besteht nach den gewählten Annahmen keine rechnerische Lücke.

Die Rentenlücke ist nicht automatisch „letztes Nettogehalt minus gesetzliche Rente“.

Im Ruhestand können einzelne Kosten wegfallen, andere dagegen steigen. Plane deshalb mit deinen voraussichtlichen Ausgaben statt mit einer pauschalen Ersatzquote.

Datengrundlage

Welche Zahlen brauchst du für die Berechnung?

Je genauer die Eingaben, desto nützlicher das Ergebnis. Beginne mit deinen eigenen Unterlagen.

Aktuelles Haushaltsbudget: regelmäßige Ausgaben und Wünsche für den Ruhestand.
Letzte Renteninformation: Hochrechnung der Regelaltersrente und Versicherungsverlauf.
Digitale Rentenübersicht: gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge.
Vertragsmitteilungen: Prognosen aus Betriebsrente und privaten Verträgen.
Weitere Einnahmen: etwa Pension oder nachhaltiger Netto-Mietertrag.
Vorsorgekapital: Vermögen, das wirklich für den Ruhestand vorgesehen ist.
Versicherungskonto zuerst prüfen

Fehlen Ausbildungs-, Kindererziehungs-, Pflege- oder Beschäftigungszeiten, kann bereits die Ausgangszahl falsch sein. Kontrolliere deshalb deinen Versicherungsverlauf.

Wenn du deine laufenden Kosten noch nicht vollständig kennst, beginne mit unserem Ratgeber Budget planen.

Schritt für Schritt

Rentenlücke in sechs Schritten berechnen

Erst Bedarf und Leistungen definieren, anschließend Kapitalbedarf und Sparrate bestimmen.

1

Ruhestandsbudget festlegen

Schätze deine monatlichen Ausgaben in heutiger Kaufkraft und berücksichtige auch unregelmäßige Kosten.

2

Alle Ansprüche zusammentragen

Erfasse gesetzliche, betriebliche und private Renten getrennt.

3

Bruttowerte in Nettowerte überführen

Schätze Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge individuell.

4

Kaufkraft vereinheitlichen

Rechne vollständig in heutigen Euro oder vollständig mit Beträgen zum Rentenbeginn.

5

Monatslücke ermitteln

Ziehe alle erwarteten Netto-Alterseinkünfte vom gewünschten Monatsbudget ab.

6

Kapitalziel und Sparrate ableiten

Lege Entnahmedauer und vorsichtige reale Renditeannahmen fest.

Vergleichbarkeit

Brutto und Netto richtig behandeln

Die Deutsche Rentenversicherung nennt in der Renteninformation Bruttobeträge. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie mögliche Steuern sind noch nicht abgezogen.

Ausgangswert Was noch zu prüfen ist Wert für die Rechnung
Gesetzliche Bruttorente Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Einkommensteuer Geschätzte Nettorente
Betriebliche Rente Steuern sowie mögliche Versicherungsbeiträge Erwartete Netto-Betriebsrente
Private Rente oder Entnahme Vertragsart, Kosten und Besteuerung Vorsichtig geschätzter Netto-Zahlbetrag
Mieteinnahmen Leerstand, Verwaltung, Instandhaltung und Steuern Nachhaltiger Netto-Überschuss
Keine pauschale Nettoquote verwenden

Die Abzüge hängen von Versicherungsstatus, weiteren Einkünften, Familienstand und Steuerrecht ab. Rechne deshalb zusätzlich ein vorsichtiges Szenario.

Mehr dazu findest du in den Ratgebern zur Rentenbesteuerung und zur betrieblichen Altersvorsorge.

Kaufkraft

Rentenlücke mit Inflation berechnen

Bedarf, Renten und Renditen müssen auf derselben Preisbasis stehen.

Methode A

In heutigen Euro rechnen

Nutze heutige Kaufkraft sowie reale Renditen nach Inflation.

Methode B

In künftigen Euro rechnen

Rechne Ausgaben bis zum Rentenbeginn hoch und verwende dann auch nominale Renten und Renditen.

Vermeiden

Preisbasen vermischen

Ein heutiges Budget darf nicht direkt mit einer nominal hochgerechneten Rente verglichen werden.

Heutigen Betrag hochrechnen Künftiger Betrag = heutiger Betrag × (1 + Inflation)^Jahre

2.400 Euro entsprechen bei zwei Prozent Inflation nach 25 Jahren nominal rund 3.938 Euro.

Berechnungsbasis des Rechners

Der Rechner verwendet heutige Kaufkraft. Die Renditefelder sind reale Renditen nach Inflation und Kosten.

Vom Fehlbetrag zum Ziel

Kapitalbedarf aus der Rentenlücke ableiten

Dafür benötigst du mindestens eine Entnahmedauer und eine Renditeannahme während der Entnahmephase.

Vereinfachter Barwert einer monatlichen Entnahme Kapitalbedarf = Monatslücke × [1 − (1 + r)^−n] ÷ r

r ist die monatliche reale Rendite und n die Anzahl der Entnahmemonate.

Lückemonatlicher Fehlbetrag
Laufzeitgeplante Entnahmejahre
Realrenditenach Inflation und Kosten
Pufferfür Abweichungen
Eine feste Entnahmedauer ist keine lebenslange Garantie.

Rechne auch ein vorsichtiges Szenario mit längerer Laufzeit, geringerer Rendite oder höherem Bedarf.

Beispielrechnung

Von 700 Euro Rentenlücke zur Sparrate

Alle Beträge werden in heutiger Kaufkraft betrachtet.

Rechenschritt Annahme Ergebnis
Monatsbudget2.400 €2.400 € Bedarf
Gesetzliche Nettorente1.450 €− 1.450 €
Weitere Alterseinkünfte250 €− 250 €
Monatliche Rentenlücke2.400 € − 1.450 € − 250 €700 €
Kapital für 30 Jahre1,5 % reale Renditerund 202.800 €
Vorhandenes Kapital20.000 €, 25 Jahre, 3 % realrund 42.300 €
Monatliche Sparrate25 Jahre, 3 % realrund 360 €

Das Beispiel ist eine Modellrechnung und keine Renditezusage. Änderungen bei Rendite, Laufzeit, Ausgaben oder Nettorente verändern das Ergebnis.

Kostenlos berechnen

Rentenlücken-Rechner

Gib alle Beträge in heutiger Kaufkraft ein. Die Angaben werden nur in deinem Browser verarbeitet.

Alter heute
Alter bei Rentenbeginn
Netto-Bedarf in heutigen Euro
Geschätzt in heutigen Euro
Beispielsweise Betriebsrente
Nur reserviertes Kapital
Pro Jahr nach Inflation
Pro Jahr nach Inflation
Zeitraum in Jahren
–monatliche Rentenlücke
–jährliche Rentenlücke
–Kapitalziel zur Rente
–monatliche Sparrate

Der Rechner ist eine vereinfachte Orientierung. Steuern, Versicherungsbeiträge, Kursschwankungen und eine lebenslange Leistungszusage werden nicht automatisch berechnet.

Handlungsplan

Rentenlücke schließen: sechs Stellschrauben

1

Ansprüche vervollständigen

Prüfe Versicherungsverlauf und bestehende Verträge.

2

Arbeitgeberleistungen nutzen

Bewerte Zuschüsse, Kosten, Flexibilität und spätere Abzüge.

3

Sparrate automatisieren

Lege einen monatlichen Betrag fest und erhöhe ihn bei Gehaltssteigerungen.

4

Renteneintritt prüfen

Ein späterer Beginn verlängert die Ansparzeit und verkürzt die Entnahmephase.

5

Bedarf realistisch gestalten

Unterscheide notwendige Ausgaben, Komfort und Wünsche.

6

Puffer getrennt halten

Notgroschen und langfristige Altersvorsorge erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Weitere Grundlagen findest du unter ETF für Anfänger, Wie viel Geld sollte man sparen? und Notgroschen aufbauen.

Lebenssituationen

Besondere Lebenssituationen einordnen

Paare

Erstellt zunächst Einzelrechnungen und danach ein gemeinsames Haushaltsbudget.

Selbstständige

Plant mit mehreren Einkommens- und Vorsorgeszenarien.

Beamte

Nutzt die individuelle Versorgungsauskunft statt einer Rentenhochrechnung.

Wohneigentümer

Berücksichtigt Instandhaltung, Modernisierung, Energie und Abgaben.

Früher Ruhestand

Beachtet Abschläge und eine längere Entnahmephase.

Unsichere Verträge

Trennt garantierte Leistungen von unverbindlichen Überschüssen.

Aktualisieren

Rentenlücke regelmäßig neu berechnen

Aktualisiere deinen Plan jährlich sowie nach größeren Veränderungen.

Neue Renteninformation eintragen
Ausgabenbudget aktualisieren
Sparrate und Wertentwicklung prüfen
Teilzeit oder Erwerbspausen berücksichtigen
Renteneintritt neu bewerten
Mehrere Szenarien vergleichen
FAQ

Häufige Fragen zur Rentenlücke

Wie hoch ist eine normale Rentenlücke?

Es gibt keinen allgemeinen Normalwert. Die persönliche Lücke hängt von Ausgaben, Ansprüchen, Abzügen und dem gewünschten Lebensstandard ab.

Welche Zahl aus der Renteninformation soll ich verwenden?

Für eine Rechnung in heutiger Kaufkraft ist die Hochrechnung ohne künftige Rentenanpassungen ein nachvollziehbarer Ausgangspunkt. Beachte, dass es sich um einen Bruttowert handelt.

Soll ich brutto oder netto rechnen?

Für die persönliche Planung ist die Nettorechnung sinnvoller, weil auch dein Ausgabenbudget netto angegeben wird.

Wie berücksichtige ich Inflation?

Rechne entweder vollständig in heutiger Kaufkraft oder vollständig mit künftigen Nominalbeträgen.

Wie viel Kapital brauche ich für 1.000 Euro Rentenlücke?

Bei 30 Jahren und null Prozent realer Rendite wären rechnerisch 360.000 Euro erforderlich.

Was zählt zu weiteren Alterseinkünften?

Dazu können Betriebsrenten, private Renten, Pensionen und nachhaltige Netto-Mieterträge gehören.

Was bedeutet eine Rentenlücke von null Euro?

Nach deinen aktuellen Annahmen decken die erwarteten Einkünfte den geplanten Bedarf. Prüfe trotzdem ein vorsichtiges Szenario.

Wie oft sollte ich neu rechnen?

Mindestens einmal jährlich sowie nach größeren Veränderungen deiner Einnahmen, Ausgaben oder Vorsorgeverträge.

Ist der Rechner eine Anlage- oder Steuerberatung?

Nein. Der Rechner stellt eine vereinfachte Orientierung dar und ersetzt keine persönliche Beratung.

Fazit

Erst die Rentenlücke berechnen, dann vorsorgen

Bringe alle Werte auf dieselbe Netto- und Kaufkraftbasis, leite daraus ein realistisches Kapitalziel ab und teste mehrere Szenarien. So wird aus einer abstrakten Versorgungslücke ein konkreter Sparplan.

Passende Ratgeber

Rente, Sparen und Geldanlage vertiefen

Quellen

Offizielle Informationen

Fachlicher Stand: September 2026.

Hinweis: Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung.
Nach oben scrollen